Kangaroos unterliegen auch in Jena
Die BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen hat in der 2. Basketball Bundesliga PRO A auch ihr sechstes Saisonspiel verloren. Am Samstagabend unterlag der Aufsteiger im Sportkomplex Lobeda-West dem Team von Science City Jena mit 73:96. Die Partie war ein wenig die Kopie der Partie vor Wochenfrist beim Mitteldeutschen BC, mit einer in der ersten Halbzeit überlegenen Heimmannschaft und aufopferungsvoll kämpfenden Leitershofer, die so zumindest ein Debakel verhindern konnten.
Das Spiel am Samstagabend begann mit einer Schweigeminute für den diese Woche verstorbenen DBB-Ehrenpräsident Roland Geggus. Die Kangaroos erwischten danach dann einen ansprechenden Start, Johnny Genck sorgte per Korbleger sogar für eine kurzzeitige 8:7 Führung. Jena genügten dann aber drei Minuten, um angetrieben von ihrem starken US-Trio Kepkay, Black und Barker von 12:10 auf 24:12 davonzuziehen. Hier kam wieder einmal der Unterschied zwischen einer vernehmlich aus Profispielern bestehenden Truppe und den Leitershofern zu Tage, auch die Thüringer kamen immer wieder zu freien Dreipunktewürfen, die in dieser Liga dann fast immer sitzen (sieben von zehn in der ersten Halbzeit, bei der BG lediglich zwei von neun). Bis zum Seitenwechsel bauten die Heimischen hierdurch bedingt den Vorsprung vor rund 750 Zuschauern auf 55:33 aus.
Es sprach für die TOPSTAR Kangaroos, dass sie sich erneut nicht hängen ließen und nach dem Seitenwechsel noch einmal alles versuchten, zurück ins Spiel zu finden. Vor allem Corey Hassan erwischte einen guten Tag und konnte mit insgesamt 30 Punkten überzeugen. Auch Valerian Zenk verbuchte mit acht Rebounds seine bisher beste Saisonstatistik. Das dritte Viertel gewannen die Leitershofer sogar mit einem Punkt, beim Spielstand von 59:78 ging es in das Schlussviertel. Ziel war nun, erstmals in dieser Saison das Ergebnis unter die 15 Punkte Differenz zu schrauben. Eine Weile sah es sogar danach aus, am Ende konnten die Thüringer aber dann nochmals zulegen, während bei den Leitershofern die Kräfte etwas schwanden. So leuchteten beim Schlusspfiff 23 Punkte Differenz von der Anzeigetafel und die Kangaroos mussten auch im vierten Auswärtsspiel die lange Heimreise im Bus mit leeren Händen antreten.
Auf der Suche nach einer weiteren Verstärkung sind die Leitershofer hingegen erfolgreich gewesen. Am Sonntagfrüh um 6.40 Uhr landete ein neuer Spieler am Münchner Flughafen. Er heißt Dewayne Richardson und soll die Nachfolge des verletzten Chris Ellis antreten. Richardson ist exakt der Routinier, den sich Headcoach Stefan Goschenhofer gewünscht hat. Er ist bereits 33 Jahre alt und spielte zuletzt in der zweiten argentinischen Liga. Zuvor agierte er aber auch schon in der PRO A beim Ligakonkurrenten BG Karlsruhe sowie bei diversen finnischen und österreichischen Erstligisten. Der 2,04 Meter und 110 Kilo Mann punktete und reboundete auf all seinen Stationen immer zweistellig und war in seiner rund 15-jährigen Profikarriere noch nie ernsthaft verletzt. Gerade Letzteres durchaus ein Argument für die BG-Verantwortlichen nach der Pechsträhne, die man mit Christian Ellis erlitten hatte. Sofern die Papiere im Laufe der Woche trotz des Feiertags am Dienstag geregelt werden können wird Richardson nächste Woche vor eigenem Publikum gegen die ETB Wohnbau Baskets Essen sein Debüt geben. Das Spiel findet am Samstag um 20 Uhr in der Augsburger Sporthalle statt.
BG TOPSTAR Leitershofen:/Stadtbergen: Genck (5), Hassan (30/4 Dreier), Förster (4), Chalusiak (2), Bowlin (6/1 Dreier), Stutz (11), Zenk (3), Veney, Kronhardt (12/2 Dreier).
Stimmen zum Spiel:
BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Von den sechs Teams, gegen die wir bisher gespielt haben, hat Jena die beste Verteidigung gehabt, das muss man anerkennen. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, alle haben gekämpft, alle haben sich im Rebound verbessert und auch in der Verteidigung legen wir zu, wenn auch langsam. Aber die individuelle Klasse ist eben eine andere, wenn eine Mannschaft zwei Mal am Tag trainiert und wir nur drei oder vier Mal die Woche. Kompliment auch an das Jenaer Publikum, das überaus fair war und auch unsere Bemühungen anerkannt hat. Hierfür vielen Dank“
Co-Trainer Patrick Pischulti: „Die zweite Halbzeit haben wir erneut sehr ausgeglichen gestaltet, natürlich auch, weil die Gegner da etwas an Intensität nachlassen. Wenn dieser Fall eintritt können wir mithalten, wenn nicht ist es momentan ganz schwierig. Mit Dewayne Richardson haben wir aber künftig eine gute Option mehr, gerade wenn mit den ersten Wechseln eben beim Gegner auch weitere Ausländer aufs Feld kommen. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie wir uns zu Hause gegen Essen aus der Affaire ziehen“
BG-Guard Jonathan Genck: „Ich glaube, wir kennen jetzt die Liga. Es war heute ok, mehr ging nicht. Bei uns halten aber alle nach wie vor zusammen, ein paar Niederlagen hauen uns nicht um. Nach über 50 Siegen in den letzten beiden Jahren ist aber Verlieren inzwischen kein Neuland mehr, wie können damit umgehen.“
BG-Abteilungsleiter Andres Santiago: „Wir glauben, dass Dewayne Richardson der Richtige für uns ist. Ein junger Spieler hätte auch wieder Eingewöhnungszeit benötigt und irgendwie müssen wir jetzt auch unser Publikum bei Laune halten, gerade weil im November ja dann endlich auch mal drei Heimspiele anstehen Ich glaube, die Mannschaft hat zuletzt bravourös gekämpft und hätte es jetzt verdient, dass der neue Mann sich nicht verletzt, sofort zurechtfindet und bei den jungen Spielern eine Führungsrolle übernehmen kann“