Die bisher bitterste Niederlage für die Kangaroos
Es gab ja schon einiges an Rückschlägen wegzustecken bei der BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen in deren Premierensaison in der zweiten Basketball Bundesliga PRO A, die 80:82 (42:36) am Sonntagnachmittag gegen den Nürnberger BC war aber mit Sicherheit der bisher unglücklichte Moment für die Kangaroos in dieser Spielzeit. Exakt 1,3 Sekunden zeigte die Spieluhr noch an, als ein Wurf des Nürnberger Ryan de Michael von der Mittelinie sich in der Reuse wiederfand. Die Leitershofer mussten im Abstiegskampf somit nicht nur eine unglückliche, sondern nach guter Leistung auch eine letztendlich unverdiente Niederlage hinnehmen. Die gezeigte Leistung macht aber durchaus Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Von Beginn an hatte die BG im schwäbisch-fränkischen Derby das Heft in die Hand genommen, bot den 580 Zuschauern in der Sporthalle eine eminent kämpferische und aufopferungsvolle Leistung in der Verteidigung und spielte auch die Angriffe dieses Mal zumeist sehr durchdacht zu Ende. Besonders im ersten Viertel war nicht zu erkennen, wer bei diesem Spiel der Tabellenletzte und wer der Play-Off Kandidat war. Die Franken waren sichtlich überrascht vom Spielfluss der TOPSTAR Kangaroos und nach dem ersten Viertel leuchtete eine 26:15 Führung für Leitershofen von der Anzeigetafel. Danach kamen die Nordbayern zwar besser ins Spiel, die BG hielt aber weiter dagegen und nahm eine 42:36 Führung mit in die Halbzeit. Übrigens nach Karlsruhe vor einer Woche die zweite gewonnene erste Halbzeit für das Team um Kapitän Felix Förster. Bis zum 52:44 (26. Minute) konnte Leitershofen die Nürnberger dann auch im dritten Viertel auf Distanz halten, ehe die einzig etwas schwächere Phase der Heimischen dem Gegner dann doch eine 58:57 Führung vor dem Schlussviertel bescherte.
Wer nun aber gedacht hatte, dass das Spiel komplett brechen würde wie schon einige Male in dieser Saison, sah sich getäuscht. Die Leitershofer Fans trieben ihr Team weiter nach vorne, und ab der 32. Minute übernahm man durch jeweils zwei erfolgreiche Freiwürfe von Andreas Kronhardt und Skyler Bowlin selbst wieder die Führung zum 63:60. Bowlin war allerdings bereits seit der 26. Minute nach einer mehr als umstrittenen Entscheidung mit seinem vierten Foul belastet, bot aber weiterhin eine überragende Partie. Fünf, sechs Punkte Vorsprung konnten die Kangaroos einige Male im Schlussabschnitt herausspielen, aber Nürnberg kam immer wieder zurück. Jedoch ohne selbst in Führung zu gehen. In den beiden Schlussminuten verbuchte die BG sicher auch bedingt durch den Kräfte- und hierdurch auch den Konzentrationsverschleiß dann einige Fehlwürfe von der Freiwurflinie, trotzdem hätte es beim Stand von 80:78 eigentlich gereicht, ja hätte eben Nürnbergs Ryan de Michael dann nicht diesen Wahnsinnswurf von der Mittellinie getroffen. Die verbleibende
Sekunde auf der Spieluhr reichte der BG dann nur noch für einen weiten Einwurf, der dann allerdings in einem weiteren Foul mündete, wodurch der NBC nochmals mit dem Schlusspfiff zu zwei Freiwürfen gelangte.
Noch eine halbe Stunde nach der Partie saßen die meisten BG-Akteure vollkommen enttäuscht in der Halle, konnten kaum fassen, was da eben passiert war. Gleichwohl geht es für die Leitershofer im Abstiegskampf nahtlos weiter, vor Weihnachten muss man nun noch zwei Auswärtsspiele bei den Saar Pfalz Braves (17.12) und in Crailsheim (23.12.) bestreiten. Unter dem Strich hatte die Leitershofer Mannschaft am Sonntag aber sicherlich ihre beste Saisonleistung gezeigt.
BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen: Genck (4), Hassan (23/3 Dreier), Förster, Chalusiak, Bowlin (10/1 Dreier), Zenk (8/2 Dreier), Gervé, Veney, Richardson (18), Kronhardt (16).
Besser machte es da die zweite Mannschaft. In einer ebenfalls hart umkämpften Partie siegte man am Samstagabend in der 2. Regionalliga Süd bei der DJK SB Rosenheim mit 80:78 nach Verlängerung (66:66; 34:34) und ist nun wieder punktgleich mit Bayern München II Tabellendritter und nur einen Sieg hinter Tabellenführer Landsberg.
BG Leitershofen/Stadtbergen II: Behnisch (18/4 Dreier), Erhart (7/1 Dreier), Golla (6), Hamberger (10), Haug (2), Klein, Montag (28/1 Dreier)), Plewa, Woeli (9)
Stimmen zum Spiel
BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Die harte und verstärkte Arbeit, die wir investieren, macht sich zwar langsam aber sicher bezahlt, gleichwohl fehlen uns nach drei sehr knappen Niederlagen aus den letzten vier Spielen die Punkte. Wir müssen nun schauen, dass der Rückstand auf Platz 14 in der Tabelle in den letzten beiden Spielen vor Weihnachten nicht weiter anwächst. Im neuen Jahr haben wir dann von 14 Spielen 9 in eigener Halle, und die heute gezeigte Leistung macht mich zuversichtlich, dass das Thema PRO A dann noch nicht vorbei ist“.
Co-Trainer Patrick Pischulti: „Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht, aber so ist es im Basketball. Wir haben heute wohl unser bisher bestes Spiel gezeigt und vor allem auch unter den Körben gegen die körperlich überlegenen Nürnberger dagegengehalten, besonders Dewayne Richardson und Vale Zenk. Schade, dass zwei Mal ein klares Goaltending nicht zu unseren Gunsten gewertet wurde. Bei den Freiwürfen am Ende hat dann wohl auch die Kraft gefehlt nach einem so intensiven Spiel“.
BG-Aufbauspieler Skyler Bowlin: „Wir haben heute wirklich als Team agiert und 40 Minuten alles gegeben. Wir wachsen momentan von Tag zu Tag besser zusammen und ich bin überzeugt, dass wir trotz der mehr als bitteren Niederlage heute noch etwas erreichen werden“.
BG-Abteilungsleiter Hans Kiesling: „So ein Spiel verliert man wahrscheinlich nur, wenn man ohnehin im Tabellenkeller steht. Wir werden uns jetzt noch einmal auf der Flügelposition mit einem Neuzugang verstärken und zusammen mit den 10 Spielern, die in Karlsruhe und gegen Nürnberg gespielt haben, plus unseren beiden Nachwuchstalenten sind wir dann glaube ich vom Kader und vor allem vom Team her auf einem guten Weg, über das Kollektiv das Maximale herauszuholen“