Niederlage beim Spitzenreiter
Die erwartete Niederlage für die BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen in der 2. Basketball Bundesliga PRO A gab es am Samstagabend bei Tabellenführer Mitteldeutscher BC. Dabei unterlag der Ligaaufsteiger dem Erstligaabsteiger vor 2100 Zuschauern in der Weißenfelser Stadthalle am Ende mit 75:97 (38:58). Die Kangaroos konnten dabei gegenüber den letzten Spielen eine klare Leistungssteigerung verbuchen.
Das Glück war der BG ja letzte Woche nicht gerade hold, der neue Hoffnungsträger Christian Ellis, der gegen Heidelberg nach nur einer Trainingseinheit ja ein beachtliches Debüt gefeiert hatte, musste mit einer Knieverletzung die Segel streichen. Er wird nun am Donnerstag von Mannschaftsarzt Dr. Rolf Pesch operiert. Die Pause wird dabei auf mindestens drei Monate angesetzt, bis zu einem kompletten Heilungsverlauf kann aber laut Dr. Pesch durchaus auch die doppelte Zeit ins Land ziehen. Die Saison dürfte für Ellis somit wohl beendet sein. Trainer Stefan Goschenhofer ist bereits auf der Suche nach einem Ersatz und nutzte die zehn Stunden im Mannschaftsbus nach Sachsen-Anhalt gleich für eine intensive Videoanalyse potentieller Kandidaten.
Angesichts dieser Ausgangslage konnte einem ein wenig Angst und Bange werden um die TOPSTAR Kangaroos, denn der MBC gilt ja bekanntermaßen als das Non plus Ultra in der Liga und in der bestens gefüllten Weißenfelser Halle wurde vor der Partie wohl primär über die Höhe eines Schützenfestes diskutiert. Und die MBC Akteure wollten ihren Fans diesen Gefallen auch durchaus tun, starteten gleich einmal mit einem 10:0 nach zwei Minuten in die Partie. Danach legten die Leitershofer den Respekt vor Gegner und Kulisse etwas ab und spielten recht ordentlich mit. Bis drei Minuten vor der Halbzeit war der Rückstand beim Stande von 38:48 nicht angewachsen. Allerdings gab es dann wieder einen der berühmt berücksichtigten Stadtberger Aussetzer und mit einem weiteren 10:0 Zwischenrun sorgte der MBC bis zur Pause für eine Art Vorentscheidung. Die Heimischen erwiesen sich in der ersten Spielhälfte als überaus treffsicher, neun von elf Dreipunktewürfen fanden ihr Ziel, allerdings kam die BG-Abwehr bei diesen Distanzschüssen auch immer einen Schritt zu spät an ihren Gegenspieler. Und freie Dreier werden in der PRO A bestraft, das stellten die Gäste nicht zum ersten Mal in dieser Spielrunde fest.
In der Halbzeit änderte Trainer Stefan Goschenhofer ein wenig seine Verteidigungsform, um das Dreipunkteschießen der Sachsen-Anhaltiner ein wenig einzudämmen. Dies sollte ganz gut gelingen, denn in Spielhälfte zwei traf der MBC dann nur noch ein einziges Mal von jenseits der 6,75 Meter Linie. Und auch beim Rebound ging es bergauf, nur sieben Abpraller weniger kassierten die Kangaroos im gesamten Spiel, nachdem die Differenz in dieser Spielrunde ja teilweise schon bei über 20 lag. Die Leitershofer gaben kämpferisch jetzt alles und hielten den Rückstand in erträglichem Maße. Mit letzter Kraft gelang es sogar, dass der Ligafavorit die magische 100-Punktegrenze nicht erreichte, Logan Stutz gelang per Dreier der letzte Korb. Am kommenden Samstag geht es nun erneut in die neuen Bundesländer, dann gastiert man bei Science City Jena. Dies ist dann die vierte Auswärtspartie im sechsten Spiel, ehe es danach dann wieder zu Hause gegen Essen geht. Diese Partie wurde von Sonntag auf Samstagabend vorverlegt. Spätestens dann soll dann auch der Ersatz für Christian Ellis den Kangaroos zu neuen Sprüngen verlaufen.
BG TOPSTAR Leitershofen:/Stadtbergen: Genck (4), Hassan (11), Förster (2), Chalusiak (2), Bowlin (18/4 Dreier), Stutz (16/1 Dreier), Zenk (4), Veney (9), Kronhardt (9/2 Dreier), Gervé.
In der 2. Regionalliga Süd gewann die zweite BG-Garnitur auch gegen Mitaufsteiger TuS Fürstenfeldbruck. Es war für den Aufsteiger der vierte Erfolg im vierten Spiel, die Tabellenführung konnte nach dem 87:66 Erfolg somit verteidigt werden. Die Partie war bereits zur Halbzeit beim Stande von 48:25 entschieden.
BG Leitershofen/Stadtbergen II: Behnisch (5), Erhart (5), Golla (9), Haug (6), Hamberger (6), Klein (10), Montag (16), Plewa (12), Suslowicz (2), Woelki (6), Bachmann (2).
Stimmen zum Spiel:
BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Die Brötchen, die wir aktuell backen, sind ja durch den Ausfall von Christian nicht gerade größer geworden. Trotzdem haben wir aus meiner Sicht heute die beste Saisonleistung geboten. Nun müssen wir vor allem in der Verteidigung noch besser werden, wobei ich hier in Halbzeit zwei schon einen Fortschritt gesehen habe. Hinsichtlich eines Neuzuganges habe ich eine schnelle Lösung im Auge, vielleicht tut sich da Montag oder Dienstag schon etwas.“
Co-Trainer Konstantin Liehr: „Auswärts agieren wir zur Zeit etwas besser als zu Hause, das deutet darauf hin, dass vieles auch ein bischen Kopfsache ist. Heute waren es 35 ordentliche und nur 5 hundsmiserable Minuten, unsere bisher beste Saisonquote. Wir nähern uns aber dem Zeitpunkt, dass wir ein ganzes Spiel unser Leistungsvermögen abrufen. Wir haben die Saison noch nicht abgeschrieben und hier gegen ein Tauf Erstligaformat deutlich niedriger verloren als erwartet.“
Kapitän Felix Förster „Am Freitag vor dem Training haben wir in der Kabine eine Besprechung abgehalten und uns mal alles so richtig an den Kopf geworfen und Dampf abgelassen. Ich glaube, das war jetzt mal nötig und jetzt haben alle verstanden, um was es in der PRO A geht. Danach haben wir super trainiert. Es war gestern und heute ein Schritt nach vorne, auch wenn wir gegen Weißenfels natürlich keine Siegeschance haben können.“
BG-Abteilungsleiter Hans Kiesling: „Ein toller, absolut erstligareifer Standort hier. Respekt. Man merkt, dass in der Region hier Basketball die absolute Nummer eins ist. Wir haben uns achtbar geschlagen, kein Vergleich zum Heidelberg Spiel. Aber irgendwo muß die Etatdifferenz von rund 1,5 Millionen Euro und die Tatsache, dass beim MBC sechs Ausländer plus ein paar erfahrene Erstligaprofis agieren, zum Vorschein kommen. Unserem Ziel, auch beim Team mehr Spaß in die Sache zu bekommen und es zu genießen, dabei zu sein, sind wir heute deutlich näher gekommen. Das ist auch die einzige Chance, die wir mit unseren begrenzten Mitteln haben, näher an das Leistungsniveau der Liga heranzukommen“