Kangaroos unterliegen auch Chemnitz
Man merkte den Kangaroos gegen den Tabellenfünften an, dass man sich dieses Mal einiges vorgenommen hatte. Von Beginn an agierte man sehr kampfstark und vor allem in der Defensive auch überaus konzentriert und hielt sich in der ersten Halbzeit recht ordentlich im Spiel. Allerdings zeigte sich da schon, dass die Niners die doch etwas abgeklärtere und routiniertere Mannschaft in der Augsburger Sporthalle waren. Wenige Sekunden vor Ende des ersten Viertels verwandelte Johnson einen Dreipunktewurf zum 17:13 und erneut ganz knapp vor der Halbzeitsirene dann der Japaner Ishizaki erneut einen Dreier zum 38:30. So brachte sich die BG selbst ein wenig um den Lohn, mit einem noch knapperen Ergebnis in die zweite Halbzeit gehen zu können. Der andere Grund war sicher, dass man bereits in der ersten Halbzeit doch eine gewisse Wurfschwäche zeigte, zu wenige Distanzschüsse fanden den Weg in den Korb.
Trotzdem war das Team von Trainer Stefan Goschenhofer gewillt, das Spiel noch zu wenden. Kam erneut engagiert und motiviert aus der Kabine und fand sich ganz gut in die zweite Hälfte hinein, verkürzte den Rückstand sofort auf vier Punkte. Dann kam eine der spielentscheidenden Situationen der Partie. In der 25. Minute beim Spielstand von 38:43 reklamierten die Kangaroos ein Offensivfoul an Jan Lipke für sich. Dies wurde jedoch nicht geahndet, statt dessen verwandelte erneut der beste Spieler auf dem Platz, Gary Johnson, einen Dreipunktewurf. In der darauf folgenden Auszeit forderte einer der Schiedsrichter Jan Lipke auf, künftig das „Flopping“ (beim Basketball eine Art provoziertes Offensivfoul) zu unterlassen. Der BG-Forward entgegnete hierauf, dass er das eigentlich nicht gemacht habe und sich solche Situationen ja letztendlich auf beiden Seiten zutragen würden. Hierauf verhängte der Ref ein technisches Foul gegen Lipke, noch dazu dessen Viertes, was Lipke für den Rest des Spieles doch deutlich einschränken sollte. Die Aktion hatte ein intensives Pfeifkonzert der Zuschauer gegen die Unparteiischen zur Folge. Die Chemnitzer beeindruckte dies allerdings nicht, sie nahmen das Geschenk dankend an, verwandelten erneut durch Johnson erst beide Freiwürfe und dann auch noch den zugesprochenen Ballbesitz. Mit einem einzigen Angriff waren so aus fünf Zählern Rückstand deren 12 geworden. Und bei der BG war nun erst einmal der Faden verloren, Chemnitz zog gleich danach gegen konsternierte Kangaroos eiskalt bis auf 54:38 davon.
Trotzdem gaben sich die Leitershofer auch jetzt nicht auf, kämpften sich wieder halbwegs ins Spiel zurück. Allerdings war die Wurfquote auch weiterhin nicht ausreichend und die Sachsen einfach zu clever, als dass sie sich den letzten Endes verdienten Sieg nochmals hätten nehmen lassen. Bis auf 8 Punkte kamen die Kangaroos zwar wieder heran, aber auch mit einer Orgie von Stopp-Clock Freiwürfen in den letzten beiden Minuten konnte man dem Nachmittag nicht mehr eine Wende zum Positiven geben. Die Zuschauer verabschiedeten die Mannschaft, die sich kämpferisch sicher nichts vorzuwerfen hatte, dann auch mit freundlichem Applaus. Die nächsten Aufgaben werden für die Leitershofer wohl auch nicht einfacher, kommenden Sonntag gastiert man auswärts beim USC Heidelberg ehe dann eine Woche später Tabellenführer Mitteldeutscher BC nach Augsburg kommt.
BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen: Genck, Hassan (17/3 Dreier), Förster, Chalusiak, Bowlin (9/1 Dreier), Zenk, Veney (13), Lipke (10), Richardson (14), Kronhardt (5).
Beste Werfer Chemnitz: Johnson (24), Schmidt (13), Schaffrath (13), Lawson (10)
Stimmen zum Spiel:
BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Mit der gezeigten Defensivleistung bin ich heute sehr zufrieden, vor allem die Pic-and-Roll Situationen haben wir gut gelöst und uns im Laufe des Spieles auch ganz gut in die Rebounds hineingearbeitet. Im Angriff haben wir sogar die Würfe wie geplant herausgespielt, dann aber letzten Endes zu wenig getroffen. Das ist dann entscheidend in einem solchen Spiel. Wichtig war aber auch, dass wir den Leuten im Vergleich zur letzten Partie heute eine sehr engagierte und kämpferische Leistung angeboten haben. Gut gefallen hat mir heute Dominik Veney, er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“
Co-Trainer Konstantin Liehr: „Gratulation an die Niners, deren insgesamt doch besserer Spielanlage wir sehr viel Leidenschaft entgegengesetzt haben. Die Situation mit dem T-Foul hat zu einem vorübergehenden Bruch im Spiel geführt. Ob sie richtig bewertet wurde oder nicht ändert jetzt aber nichts mehr. Ob sie spielentscheidend war lassen wir dahin gestellt, das Spiel wäre aber sicher noch deutlich enger geworden.“
BG-Guard Jonathan Genck: „Mit jeder Niederlage wird es jetzt natürlich noch schwieriger, das rettende Ufer zu erreichen. Wir müssten jetzt einfach einmal ein solches Spiel gewinnen. Wenn man unten drin hängt geht meist alles schief, letztes Jahr waren wir oben in der Tabelle und hatten dann wirklich jede Woche das Glück auf unserer Seite“.